Wer Bruckners Werke kennt, insbesondere seine großen, nach den Sternen greifenden Sinfonien und die späteren Messen aus den 1860er-Jahren, wird staunen, wie sehr seine Missa Solemnis noch in der Tradition der Wiener Klassik verwurzelt ist.
In dieser bahnbrechenden Weltersteinspielung der neuen Urtext-Edition wird dieses selten gespielte Werk in den Kontext der Amtseinführung von Stiftsprobst Friedrich Mayr am 14. September 1854 gestellt, für die es damals komponiert wurde. Die Messe wird durch die ebenso an diesem Tage erklungenen Propriumsvertonungen von Robert Führer, Joseph Eybler und Johann Baptist Gänsbacher ergänzt.
In einer Aufzeichnung aus dem Konzerthaus Berlin aus dem Juni 2017 spielen und singen die Akademie für Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor unter der Leitung von Lukas Borowicz in einer Koproduktion mit Deutschlandfunk Kultur. Mit Johanna Winkel, Sophie Harmsen, Sebastian Kohlhepp und Ludwig Mittelhammer lässt auch die Besetzung der Gesangssolisten nichts zu wünschen übrig.